Hildegard von Bingen – was steckt hinter den Weisheiten der Frau von vor 900 Jahren?

Hildegard von Bingen – was können wir von ihr lernen

Wer war Hildegard von Bingen?

Hildegard von Bingen war eine bekannte deutsche Naturheilkundlerin, Dichterin, Äbtissin, Komponistin und Benediktinerin. Sie war eine der ersten schreibenden Ärztinnen und eine der ersten Vertreterinnen der Mystik im Mittelalter. Sie verfasste Werke wie „Causae et cure – Ursachen und Behandlungen von Krankheiten“ und „Physica“, in welchem sie ihre eigenen medizinischen Rezepturen und Ideen sammelte. Auf diesem Werk basiert die heutige sogenannte Hildegard-Medizin.

Hildegard von Bingen soll zehn Geschwister gehabt haben, sowohl Brüder, als auch Schwestern. Über diese ist jedoch so gut wie nichts bekannt.

Ihre Kindheit

Die Naturheilkundlerin Hildegard von Bingen wurde im Jahr 1098 in Bermersheim vor der Höhe, einer Ortsgemeinde in Rheinlandpfalz, geboren und auf dem väterlichen Herrenhof aufgezogen. Hildegard von Bingen wurde im Alter von acht Jahren von ihren Eltern Mechthild von Merxheim-Nahet und Hildebert von Bermersheim als Oblatin dargebracht und in eine damals übliche religiöse Erziehung gegeben. Seit diesem Zeitpunkt wohnte sie in dem von ihrer Verwandten Jutta von Sponheim geführten Kloster Disibodenberg, in welchem sie später Ordensfrau und Magistra wurde.

Ihre Visionen

Schon als Kind berichtete Hildegard von Bingen davon, gottgegebene Visionen zu erhalten, welche sich in Form von Gestalten und Mustern im Licht äußerten und sich in ihrem Erwachsenenalter vermehrten. Vor diesen Visionen wurde sie zunächst jedoch so verunsichert, dass sie diese mit niemandem teilen wollte. Es war damals gefährlich, sich als Seherin darzustellen, wenn man nicht offiziell von der Kirche als Prophetin anerkannt wurde – auch, wenn es oft der einzige Weg war, als Frau gehört und respektiert zu werden. Bernhard von Clairvaux war der erste, der sie ermutigte, ihre Visionen schriftlich festzuhalten. Als ihre ersten Schriften Anklang fanden, wurde ihre Gabe von dem Papst Eugen III offiziell bestätigt, wodurch Hildegard von Bingen selbständiger und sicherer agieren konnte. Ihr Wissen und ihre Expertise wurde gefordert und viele Menschen begannen, sie um Rat zu bitten und über Tage hinweg zu ihr zu pilgern.

Ihre Fortschritte

Hildegard von Bingen wird oft als emanzipierte und willensstarke Frau beschrieben. Sie setzte sich aktiv für die Abspaltung des Frauenklosters vom Männerkloster ein und forderte Unabhängigkeit. Gemeinsam mit einigen weiteren Nonnen gründete sie im Jahr 1150 ihr eigenes Konvent in Bingen, welches ihr ihren Namen gab. In dieses Konvent nahm sie allerdings nur adelige Frauen auf. Dies tat sie, weil adelige Frauen mehr Geld hatten und bezahlen konnten: Sie brauchte das Geld, denn sie wollte expandieren. Hildegard von Bingen kämpfte viel dafür, gehört zu werden. Sie schrieb unzählige Werke über die Politik, die Ethik und den Glauben. Außerdem verfasste sie Briefe, in welchen sie die Kirche kritisierte und forderte einen Fortschritt, für den sie schlussendlich eigenständig sorgte.

Auch sprach sie als erster Mensch über den weiblichen Orgasmus, welchen sie detailliert in ihren Werken beschrieb. Ihr war der Einklang mit dem eigenen Körper besonders wichtig, da sie mitbekam, wie ihre ehemalige Magistra, Jutta von Sponheim sich ihr Leben lang kasteite und geißelte. In ihren Augen konnte es nicht der Wille Gottes sein, den durch ihn gegebenen Körper so schlecht zu behandeln. Der Leib und die Seele gehörten für Hildegard von Bingen untrennbar zusammen und zum Menschsein dazu, weshalb sie die Wichtigkeit von Lust und Sexualität immer wieder betonte und sich mit dieser Einstellung sehr klar von der Kirche und ihrem damaligen und auch heutigen Standpunkt distanzierte. Sexualität, vor allem die weibliche, wurde dämonisiert, man sieht auf Gemälden aus der Zeit oft junge Frauen, wie sie in den Augen der Kirche unaussprechliche Dinge mit verunstalteten Dämonen taten. Gegen diese Darstellung von Frauen wehrte sich Hildegard von Bingen vehement.

Ihre Medizin in der heutigen Anwendung

Heutzutage gibt es den Begriff „Hildegard-Medizin“, welcher die Praktiken und Überzeugungen von Hildegard von Bingen umschreibt. Für die meisten dieser Praktiken und Überzeugungen gibt es keine Studien, die diese beweisen oder widerlegen können, trotzdem gibt es viele Menschen, die an sie glauben und die Medizin kaufen, die unter dem Namen von Hildegard von Bingen verkauft wird. Viele der Methoden von Hildegard von Bingen scheinen nicht abwegig. Sie vertritt Praktiken, die viele Kulturen oder Religionen ebenfalls vertreten, wie das Fasten oder das Schröpfen, um die Seele zu reinigen.

Ihr Nachwirken

Hildegard von Bingen war zur ihrer Zeit eine der einflussreichsten Frauen und auch heute hat sie noch einen gewissen Einfluss auf die Medizin. Hildegard von Bingen war eine sehr hoch angesehene Frau und wurde lange vor ihrem Tod mit einundachtzig Jahren schon als heilig gesehen, jedoch wurde sie erst 2012 von Papst Benedikt XVI offiziell heilig gesprochen.

Auch heute noch haben die Lehren von Hildegard von Bingen Relevanz – so zum Beispiel in Bezug auf die gesunde Ernährung. „Eure Lebensmittel seien Eure Medizin, Und Eure Medizin seien Eure Lebensmittel“ – ganz getreu dem Zitat von Hildegard von Bingen bietet auch Sanawell zahlreiche Nahrungsergängungsmittel, die die gesunde Ernährung mit natürlichen Substanzen fördern und unterstützen.

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